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JOHN-CAGE-ORGELPROJEKT HALBERSTADT
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DAS JOHN-CAGE-ORGELPROJEKT HALBERSTADT
Musik für Jahre!

   

von Kora Thomas

In Halberstadt wurde nicht nur die erste moderne Orgel gebaut. In Halberstadt wird derzeit auch das längste Orgelstück der Geschichte aufgeführt. Ein Stück mit einer unfassbaren Spielzeit von 639 Jahren! Es ist eine Mischung aus Einzigartigkeit, romanischer Baukunst und revolutionärer Kompositionskunst, die im Rahmen des John-Cage-Orgelprojektes in der St. Burchardi-Kirche in Halberstadt zu ihrer Wirkung kommt.

Im Jahr 1361 entsteht im Halberstädter Dom die erste Großorgel der Welt, die so genannte Blockwerksorgel. Als erstes Instrument mit einer 12-tönigen Klaviatur ist sie die Wiege der modernen Musik. Noch heute wird das Schema dieser Klaviatur auf unseren Tasteninstrumenten gebraucht.


JOHN-CAGE-ORGELPROJEKT HALBERSTADT
John-Cage-Orgel
© Harald Kother

Damit ist sie Grund und Ausgangspunkt für die Festlegung auf Halberstadt als Spielort für das Musikprojekt mit dem eigentümlichen Namen „ORGAN²/ASLSP“, das seit 2001 in der St. Burchardi-Kirche umgesetzt wird. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich die Idee einer Komposition mit dem Konzept „As Slow(ly) and Soft(ly) as Possible“ bzw. „So langsam wie möglich“. Nur einer konnte diese Idee entwickeln: John Cage. Er war es, der Mitte der 1980er Jahre mit „ORGAN²/ASLSP“ als Komposition für das Klavier und Ende der 1980er Jahre schließlich für die Orgel in der Musikwelt Aufsehen erregte.

Revolution in der modernen Musik
John Cage findet heute als einer der einflussreichsten Komponisten und Künstler des 20. Jahrhunderts Beachtung. Der 1912 geborene und 1992 verstorbene US-Amerikaner experimentierte in seinen mehr als 250 Kompositionen zeitlebens mit Tonträgern und musikalischen Alltagsobjekten, um auf diese Weise eine neue Mischform aus Komposition und neuen musiktechnischen Möglichkeiten zu schaffen. Auch zeitliche Aspekte in Kompositionen stellte er immer wieder in Frage. Seine Werke werden oft als Schlüsselwerke für eine neue Herangehensweise der musikalischen Auseinandersetzung betrachtet, wobei das Stück „4’33“ als sein wohl bekanntestes Werk bezeichnet werden kann. Begründet durch die eigentümliche Anweisung „Tacet“ wird der Spieler darin dazu aufgefordert, das Stück ohne die Erzeugung jeglicher Töne darzustellen. Bei der Uraufführung im Jahre 1952 zeigte der Pianist die drei Sätze durch das Öffnen und Schließen des Klavierdeckels an und löste damit Unverständnis und Entsetzen beim Publikum aus. Cage ging es jedoch nicht um Provokation, sondern darum, unsere Hörgewohnheiten zu überdenken, zu hinterfragen. Neben seinem kompositorischen Schaffen machte sich John Cage als bildender Künstler ab den 1960er Jahren weltweit einen Namen. So hatte er starken Einfluss auf viele Strömungen der modernen Kunst wie beispielsweise die Minimal Art oder die Land Art.



JOHN-CAGE-ORGELPROJEKT HALBERSTADT
St. Burchardi-Kirche Halberstadt
© Mazbln / CC BY-SA 3.0


JOHN-CAGE-ORGELPROJEKT HALBERSTADT
Die Balganlage © Harald Kother



JOHN-CAGE-ORGELPROJEKT HALBERSTADT
Halberstädter Dom © Matthias Pätzold


Ein Orgelstück bis in das Jahr 2640
Bei der Uraufführung von „ORGAN²/ASLSP“ räumte man der Gesamtkomposition 1987 in Metz eine Spieldauer von 29 Minuten ein. Auf einem Orgelsymposium in Trossingen kam es 1997 jedoch erneut zu der Frage, wie lange ein Stück mit dem Ziel so langsam wie möglich gespielt zu werden, dauern dürfe. Eine kontroverse Debatte erfasste die Cage-Forscher. In Anlehnung an den Bau der ersten Orgel einigte man sich schließlich auf die Festlegung einer Spieldauer von 639 Jahren, womit die Halberstädter Orgel der St. Burchardi-Kirche erst am 4. September 2640 den letzten Ton der Komposition „ORGAN²/ASLSP“ erklingen lassen wird.

Damit nimmt „ORGAN²/ASLSP“ Bezug auf die von Michael Praetorius beschriebene Orgel im Halberstädter Dom, die seither zum Vorbild für die Kunst des Orgelbaus in der westlichen Welt herangezogen wurde. 639 Jahre lang lag der Bau dieser ersten Orgel, der Faber-Orgel (Blockwerksorgel), vom Jahr 2000 aus betrachtet, zurück.

In Anlehnung daran baute und baut man für das John-Cage-Projekt eine völlig neue Orgel, die einzig zum Abspielen dieser einzigen und einzigartigen Komposition John Cages gedacht ist.

Die Faszination dieser einzigartigen Klangskulptur
Spielort ist nicht der Halberstädter Dom, sondern die um 1050 von Burchard von Nahburg erbaute St. Burchardi-Kirche, die eigens für das Orgelprojekt neu entdeckt und renoviert wurde und als romanisches Bauwerk die Faszination vieler Besucher weckt.

Die Cage-Orgel wurde technisch genauso gebaut wie damals 1361. Anders als bei heutigen Orgeln, bei denen man verschiedene Klangfarben einstellen kann, lässt diese Orgel stets das ganze Werk vollautomatisch erklingen. Dafür verfügt sie über vier Tastenreihen; entsprechend der Partitur eine für die linke, eine für die rechte Hand und jeweils eine für das Pedal. Ihr Tonumfang ist unvollständig, denn nur die für Cages Komposition benötigten Töne wurden eingebaut. Abweichend von der Ursprungsorgel von 1361 sind die Tastenreihen jedoch auf drei verschiedenen Seiten der Orgel angebracht, sodass die Orgel insgesamt eher als Klangskulptur bezeichnet werden kann.


Dauertöne für Jahre!

Die Musik, die sonst schnell, sich verflüchtigend in der Zeit vergehend ist, wird in Halberstadt zur andauernden, unbeweglichen und ewigen Kraft. Eine Haltung gegenüber der Zeit, die von Cage neu bedacht worden ist, Bewusstsein schaffen soll und heute weitestgehend fremd zu sein scheint. Mit dem John-Cage-Orgelprojekt werden in Halberstadt nicht nur vergangene Elemente wiederbelebt, sondern auch neue Zeichen innerhalb der Zeitrechnung gesetzt, die Bezüge zum Glauben an die Ewigkeit herstellen.

Seit Beginn des Stückes finden in größeren Abständen Tonwechsel statt, die allgemein für einen regen öffentlichen Zuspruch sorgen. Damit das Stück ungehindert weitergehen kann, müssen dabei dem Verlauf der Partitur entsprechend Orgelpfeifen ausgetauscht werden. Diese Veränderung führt zu einer Klangänderung im laufenden Spielfluss. Neben der Unterstützung durch Sponsoren ist die Finanzierung durch den Verkauf von Klangjahren und Tonwechseln eine Besonderheit des Projektes. Als begeisterter Verfolger des Projektes hat man hier die Möglichkeit, einzelne Klangjahre als Pate zu unterstützen und sich in Form einer Metalltafel zu verewigen. Der nächste Tonwechsel kann am 5.Oktober 2013 in Halberstadt verfolgt werden.



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