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LEHMBAUKUNST IN MAROKKO
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LEHMBAUKUNST IN MAROKKO
Das vothsche Dreieck in der Marha-Ebene

   

von Julia Marhenke

Die Sterne vom Himmel zu holen – etwas, vom dem viele Männer behaupten, es für ihre Liebste tun zu wollen. Hansjörg Voth ist dies auf seine ganz eigene Art sogar gelungen.

Die Stadt des Orion
Inmitten der Marha-Ebene, zwischen Atlasgebirge und Sahara, ragen sieben Türme von bis zu 15 Meter Höhe in den Himmel. Wie eine Festungsanlage wirken sie aus der Ferne. Allerdings wie eine, deren Sinn sich nicht gleich erschließt.

Dabei sind die Türme nicht zufällig angeordnet. Ganz im Gegenteil. Ihr Erbauer, Hansjörg Voth, hat sie nach den sieben Hauptsternen des Sternbilds Orion positioniert. Zwischen den großen befinden sich mehrere kleinere Türme, die die weniger hellen Sterne symbolisieren und sich in Höhe und Breite nach deren Dimensionen richten.

LEHMBAUKUNST IN MAROKKO
Die Stadt des Orion - das
Sternbild in der Wüste
Foto: Ingrid Amslinger
© Hannsjörg Voth


Die dreidimensionale Darstellung eines Sternbilds, das Aufzeigen kosmischer Zusammenhänge war Voths Ziel. 1940 in Bad Harzburg als Sohn eines Architekten geboren, hat er sich einen Namen als Land Art-Künstler gemacht.

Der Blick gen Himmel
„Stadt des Orion“ wird das aus Stampflehm erbaute Kunstwerk in der Wüste genannt. Auf den sieben Haupttürmen befinden sich Beobachtungssitze, die zu bestimmten Zeiten bestimmte Sternbilder oder auch einzelne Sterne durch kleine Schlitze perfekt in Szene setzen.

Wenn man auf einem der Türme steht und die Augen gegen das Licht der Sonne zusammenkneift, kann man am Horizont weitere Bauwerke Voths sehen: Die „Himmelstreppe“ und die „Goldene Spirale“. Zusammen bilden sie ein Dreieck inmitten der Wüste.

Die Himmelstreppe
Die „Himmelstreppe“ war Voths erstes Kunstwerk im marokkanischen Sand. Etwas verloren steht sie hier mit nichts als leerer Fläche um sich herum. Mit ihren 16 Meter Höhe wirkt sie dennoch gewaltig, wenn man in ihrem Schatten steht. 52 Stufen führen zu einer Ebene knapp unter der Spitze des dreieckigen Konstrukts. Von hier aus gelangt man in die zwei Räume im Inneren der „Himmelstreppe“.


LEHMBAUKUNST IN MAROKKO
52 Stufen führt die Himmelstreppe in
die Höhe
Foto: Ingrid Amslinger
© Hannsjörg Voth


Der untere ist ein Privatraum des Künstlers. Voth ist nicht nur Erschaffer von Kunst, sondern auch Bewohner. Wann immer es ihm möglich ist, lebt er einige Zeit in den von ihm erschaffenden Werken.

Der Traum vom Fliegen
Im oberen Raum ist ein Paar Flügel aus handgeschmiedeten Messern befestigt. Zwischen ihnen ist genug Platz ausgespart, um einem Menschen Platz zu bieten und ihre Spannweite von 3,5 Meter regt dazu an, sich vorzustellen, wie es wäre, mit ihnen von der Spitze der Treppe aus über die Wüste zu gleiten. Ein Traum, der an die Geschichte des Ikarus erinnert.


Statt sich also in unbekannte Höhen zu schwingen, ist man vielmehr dazu gezwungen, die Endlichkeit des Aufstiegsymbols anzuerkennen und stattdessen den Blick über die Wüste zu genießen.

Die Goldene Spirale
Einige Kilometer entfernt hebt sich die „Goldene Spirale“ wie ein Schneckenhaus vom sandigen Boden ab. Eine aus Stampflehm erbaute Rampe führt hinauf zu ihrem Zentrum. Die Umfassungsmauer besteht aus Bruchstein, den der Künstler vor Ort gefunden und gebrochen hat.

Vom höchsten Punkt aus, sechs Meter über der Wüste, gelangt man über eine Wendeltreppe zu dem Brunnen, um den herum die Spirale gebaut wurde. Auf dem Wasser treibt ein goldenes Boot. Eine Arche, ein Anfang und eine Urkraft – versteckt an einem Ort, an dem Wasser Mangelware ist und an dem niemand ein Boot vermuten würde.

Fibonacci und der goldene Schnitt
Die goldene Arche in der goldenen Spirale – doch diese trägt ihren Namen aus einem anderen Grund. Ihre Form ist angepasst an den berühmten goldenen Schnitt. Der Grundriss, bestehend aus neun Viertelkreisen, richtet sich nach der Fibonaccireihe, bei der sich eine Zahl jeweils aus der Summe ihrer beiden vorhergehenden ergibt.

Voth wollte damit die Zusammenhänge in der Natur darstellen, denn der goldene Schnitt ist kein rein künstliches Konstrukt. Vielmehr handelt es sich um ein Bauprinzip der Natur und ist dadurch unter anderem bei Kristallen, Muscheln, Pflanzen oder auch im menschlichen Körper zu finden.

Vergängliche Kunst
Und wie Teile der Natur ist auch Voths Kunst vergänglich. Es ist das Grundprinzip der Land Art. Mit der Zeit werden die Lehmgebilde in sich zusammensacken, wenn auch nicht in den nächsten Jahren. Termiten und Sandstürme greifen die Kunstwerke an, Dinge, mit denen Voth gerechnet hat.

Das Fehlverhalten vieler Touristen hat aber ebenfalls zur Beschädigung der Skulpturen geführt. Daher gründete sich 2011 der Verein zur Erhaltung der Bauskulpturen in der Marha-Ebene Marokko e.V., der sich in Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung um die Werke kümmert. Eine Besichtigung dieser ist nur im Rahmen genehmigter Führungen möglich.

 

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