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JUGENDSTIL IN RIGA
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JUGENDSTIL IN RIGA
Geschmückte Fassaden soweit das Auge reicht

   

von Julia Marhenke

Normalerweise achtet man in einer fremden Stadt darauf, wo man seine Schritte hinsetzt. Normalerweise schaut man beim ersten Rundgang auch mal links und rechts in die Schaufenster. Ja, normalerweise.

Nicht so in der Rigaer Neustadt. Hier verlässt man sich gänzlich darauf, dass einen die eigenen Füße nicht mutwillig gegen die nächste Straßenlaterne laufen lassen, denn die Augen sind mit etwas völlig anderem beschäftigt. Der gemeine Rigatourist hat eine etwas untypisch anmutende Haltung: Den Kopf in den Nacken gelegt, die Augen vor Staunen aufgerissen, die Kinnlade nach unten geklappt.

JUGENDSTIL IN RIGA
Fassade eines Jugendstilhauses in der
Elizabetes iela
© Leena Hietanen/ wikipedia


Jugendstil wohin man schaut

Flanierend auf der Alberta iela und den umliegenden Straßen bleibt einem aber auch kaum eine andere Wahl, will man die Schönheit der Stadt würdigen. Jugendstilgebäude in all ihrer Pracht sind hier zu sehen. Da eine Männerfigur, dort eine Frauengestalt, am nächsten Gebäude florale Muster und geschwungene Linien.

Fast 40 Prozent der Gebäude im Stadtzentrum und rund 800 Häuser insgesamt sind im Jugendstil erbaut. Kein Wunder, dass die Unesco das Areal zum Weltkulturerbe erklärte. Grund für diese Masse war unter anderem der sprunghafte Bevölkerungsanstieg der Stadt zur Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert, der mit dem Beginn des Jugendstils zusammenfiel.


JUGENDSTIL IN RIGA
Alberta iela Nr. 4 mit den Medusenhäuptern
© Alma Pater/ wikipedia

JUGENDSTIL IN RIGA
Die schönste Frau von Riga
© Philaweb/ wikipedia


Der „verrückte Zuckerbäcker“

Weiter auf der Alberta iela bleibt der Blick an dem Haus mit der Nummer 4 hängen. Ganz oben über dem Sims befinden sich drei Medusenköpfe, die Münder zum Schrei geöffnet. Am Ende der Fassade stehen dominante Löwenfiguren. Der Eingangsbereich wird von geflügelten Löwenreliefs bewacht und über der Tür ist ein beflügelter Frauenkopf zu sehen.

Entworfen wurde diese Prachtfassade von Michail Eisenstein, dem Vater des bekannten Filmregisseurs Sergej Eisenstein. Der „verrückte Zuckerbäcker“, wie er zu Beginn seiner Karriere oftmals verspottet wurde, hat die Alberta iela fast im Alleingang errichtet. Und auch in einigen anderen Straßen sind seine architektonischen Meisterstücke zu sehen.

Jugendstilmuseum
Ein paar Häuser weiter erreicht man auch schon das Jugendstilmuseum. Ursprünglich hatte der Architekt Konstantins Peksens das Gebäude zusammen mit Eizens Laube als Privathaus für sich entworfen und darin gelebt. Die Fassade des Eckhauses zieren viele filigrane florale Muster und stellen einen Bezug zur Natur dar. Im Inneren lockt das sich in einer Spirale nach oben schraubende und reich geschmückte Treppenhaus. Die Museumsräume in der ehemaligen Wohnung des Architekten bieten tiefere Einblicke in den Jugendstil.


Dieser beschränkte sich nicht nur auf die Architektur, sondern beispielsweise auch auf Möbel und Gebrauchsgegenstände. Er war vielmehr Gesamtkunstwerk als einzelner Teil. Alles ging ineinander über: von der Fassade über das Sofa bis hin zur Untertasse. In den deutschsprachigen Ländern, den Niederlanden und Lettland entwickelte sich der Begriff „Jugendstil“ im Übrigen aus dem Titel der Kulturzeitschrift „Die Jugend“, die 1896 gegründet wurde. In anderen Gebieten ist er beispielsweise als „Art Nouveau“ oder „Modern Style“ bekannt.

Funktionalität und Ästhetik sollten nicht mehr voneinander getrennt sein, sondern vielmehr zu einer Einheit verschmelzen. Dies führte zu neuen Raumvorstellungen. Die bis dahin vorherrschende strikte Geometrie wurde aufgehoben, was sich an den Fassaden der Gebäude gut erkennen lässt.

Von Highlights und Schattenseiten
Entfernt man sich nun von den Straßen um die Alberta iela und wendet sich gen Altriga, gelangt man zur schönsten Frau der Stadt. Diese befindet sich in der Smilsu iela an einer der Fassaden und trägt zusammen mit einer männlichen Figur den Erker im zweiten Stock. In einem Wettbewerb setzte sie sich gegen alle mitstreitenden steinerne Frauen durch.

Ein besonderes Highlight für den Abend ist aber das Haus Nummer 9 in der Teatra iela. Auf diesem stehen drei Atlanten, die eine Weltkugel aus Glas und Zink auf ihren Schultern tragen. Abends wird sie beleuchtet, was im Zusammenspiel mit der Jugendstilfassade ein einmaliger Anblick ist.

Die Stadt hat jedoch auch ihre weniger schönen Seiten. Neben liebevoll renovierten und instandgehaltenen Fassaden trifft man in Riga auch immer wieder auf solche, die etwas Pflege durchaus vonnöten hätten. Verfallene Gebäude, verwilderte Höfe, verrostete Tore. Gerade abseits der touristisch erschlossenen Straßen, sodass man seine Augen durchaus davor verschließen könnte. Aber gerade dieser Kontrast macht die Stadt erst recht interessant. Es ist ein Blick hinter die Fassaden des schönen Jugendstils.

 

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