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DAS SCHLESWIG HOLSTEIN MUSIK FESTIVAL
Kultur und Konzerte zwischen Kuhstall und Kirche
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| von Friederike Reth
Das NDR Sinfonieorchester in einem Flugzeughangar, Klezmer Stars auf einer Fähre, Musik in der Baumschule, Akkordeonklänge in einem Lokschuppen: Kombinationen, die man sonst eher dem trendorientierten Berlin zuschreiben würde, werden jeden Sommer sieben Wochen lang zwischen Nord- und Ostsee, zwischen Dänemark und Hamburg verwirklicht.
Sieben Wochen lang verwandelt das Schleswig Holstein Musik Festival die Region in ein musikalisches Wunderland. Internationale Klassikstars spielen, genau wie auch junge aufstrebende Talente, sowohl in Schlössern und Herrenhäusern, als auch in Ställen, Kirchen und Werften, in Flughafenterminals und alten Industriehallen.
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Rathaus Kiel
© wikipedia / Arne List
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1985 fand im Kieler Schloss die Auftaktveranstaltung statt, initiiert unter anderem von Justus Frantz und Helmut Schmidt. „Musikalische Weltfestspiele“ sollten es werden, so der Plan von Justus Frantz. Ein Jahr später dirigierte Leonard Bernstein die erste Aufführung: Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“. Seitdem findet das Festival jedes Jahr statt, über 70 Spielstätten in etwa 50 Orten werden bespielt.
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Picknick vor Emkendorf
© wikipedia / RThiele
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Ein musikalischer Flächenbrand
Der „musikalische Flächenbrand“, wie Altbundespräsident Richard von Weizsäcker es nannte, entwickelte sich zu einem der größten klassischen Musikfestivals. Das besondere daran: Aufführungsorte sind nicht nur klassische Konzerthallen, sondern auch außergewöhnliche Orte. Weltklassemusiker spielen in Dörfern, tauschen die Scala gegen Scheunen. Die schönsten Gutshöfe locken Familien mit Picknicks und klassischer Musik, bekannte Autoren und Schauspieler rezitieren Texte, stets begleitet von Musik.
Das Festival entwickelte sich mit den Jahren immer weiter, seit 1996 gibt es jedes Jahr einen Länderschwerpunkt, der für Vielseitigkeit sorgt. Die Besucher können somit jedes Jahr wieder in besonderem Ambiente ihren musikalischen Horizont erweitern, unter anderem japanische, österreichische, russische, ungarische, spanische oder britische Klassik für sich entdecken.
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Die Künstler sind hochkarätig: Elina Garanca, Nigel Kennedy, Sir Simon Rattle, Lang Lang, Philippe Jaroussky, die Berliner Philharmoniker und Christoph von Dohnanyi sind nur einige, die das Festival in den vergangenen Jahren bereicherten. Moderatoren wie Sir Peter Ustinov, Alfred Biolek oder Montserrat Caballé führten durch das Programm.
Länderschwerpunkt 2010
Anlässlich des 200. Geburtstages von Frédéric Chopin ist 2010 Polen der Länderschwerpunkt des Festivals. Unter dem Motto „Polen im Puls“ werden jedoch nicht nur Werke Chopins aufgeführt, auch junge polnische Künstler finden hier Gehör. An die polnische Geschichte erinnern wird der Schauspieler Ulrich Matthes, der, begleitet von Klaviermusik, Szenen aus dem Leben von Wladyslaw Szpilman vortragen wird. Szpilmans Kriegsaufzeichnungen dienten als Vorlage für Polanskis Meisterwerk „Der Pianist“.
Länderschwerpunkt 2011 wird die Türkei sein.
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