| Die Sammlungen
des Fürsten von und zu Liechtenstein umfassen Hauptwerke
europäischer Kunst aus fünf Jahrhunderten und
gehören zu den bedeutendsten Privatsammlungen der Welt.
Ihre Anfänge liegen im 17. Jahrhundert und wurzeln
im barocken Ideal kunstsinnigen fürstlichen Mäzenatentums.
Durch eine aktive Ankaufspolitik wird die Sammeltätigkeit
heute fortgesetzt.
Die Fürstlichen Sammlungen umfassen heute etwa 1700
Gemälde mit Meisterwerken von der Frührenaissance
bis zur österreichischen Romantik, darunter Arbeiten
von Lucas Cranach dem Älteren, Raffael, Peter Paul
Rubens, Anthonis van Dyck, Frans Hals, Rembrandt, Rudolf
von Alt, Ferdinand Georg Waldmüller und Francesco Hayez.
Von ebenso bedeutendem kunsthistorischem Rang ist die Sammlung
italienischer Bronzen, deren Schwerpunkt auf Meisterwerken
des 16. und 17. Jahrhunderts liegt.
Neben diesen herausragenden Gemälden und Skulpturen
beinhalten die Fürstlichen Sammlungen auch wichtige
Bestände an Grafiken, Pietra Dura-Arbeiten, Emaillen,
Elfenbeinen, Prunkwaffen, Porzellan, Tapisserien und Möbeln,
die einst die Ausstattung der Schlösser und Paläste
der Familie bildeten. Die Rückkehr dieser Kunstschätze
in das historische Ambiente des Gartenpalais Liechtenstein
in der Rossau, wo die Sammlung bereits von 1807 bis 1938
der Öffentlichkeit zugänglich war, sowie deren
sorgfältige Präsentation vermitteln in authentischer
Weise die Geschichte sowie das Kunstverständnis des
Hauses Liechtenstein.
Im Liechtenstein Museum ist nur eine Blütenlese der
Sammlungsbestände zu sehen. Lediglich ca. 15 Prozent
der
in den Depots vorhandenen Objekte werden in den Räumlichkeiten
des Gartenpalais in der Rossau auf einer
Ausstellungsfläche von rund 2300 m2 gezeigt. Die Präsentation
folgt prinzipiell dem Gedanken der Epochen und Schulen.
In spannender Hängung und Aufstellung finden Kunstwerke
zueinander und bilden mit dem Palais und seiner prachtvollen
Innenausstattung eine vollendete Einheit.
Wertvolle Neuerwerbungen
Spektakulär und von einem breiten internationalen Medienecho
begleitet, war der Neuerwerb des so genannten Badminton
Cabinet, eines Prunkschranks aus Pietra Dura, Ebenholz und
vergoldeter Bronze, der am 9. Dezember 2004 bei einer Christie’s-Auktion
in London um 27 Millionen Euro als wertvollstes Möbelstück
der Welt für die Fürstlichen Sammlungen ersteigert
wurde.
Die aktuellsten Neuankäufe sind unter „Neuerwerbungen“
auf der Museumshomepage www.liechtensteinmuseum.at erfasst.
Im westlichen Treppenhaus des Gartenpalais Liechtenstein
wird darüber hinaus in regelmässigem Wechsel dem
Publikum ein durch Ankauf neu in die Sammlung gekommenes
oder durch Restaurierung aus den Depots wieder gewonnenes
Werk als „Kunstwerk des Monats“ vorgestellt. |