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DAS HISTORISCHE
HALIKARNASSUS
Museum für Unterwasserarchäologie |
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| von Harald Kother
Der Badeort Bodrum in der Türkei beherbergte
einst eines der Sieben Weltwunder der Antike: das
Mausuleum oder das Grabmal des persischen Herrschers
Mausolos. Davon blieb nur wenig übrig. Heutzutage
lohnt sich daher vor allem ein Besuch im Museum für
Unterwasserarchäologie. Denn nicht nur an Land,
auch auf dem Meeresboden rund um Bodrum lagern Schätze
aus vergangenen Tagen.
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Das Kastell der Johanniter in Bodrum
© Harald Kother
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Zu den beeindruckendsten Fundstücken zählt das
Wrack des ältesten bekannten Überseeschiffs der
Welt: ein ägyptisches Segelboot, das im 14. Jahrhundert
in See gestochen sein muss und vor der Küste Kleinasiens
sank. An Bord waren ein Skarabäus der Nofretete, zahlreiche
Keramiken, Schmuck aus Gold, Silber und Elfenbein, diverse
Waffen, vor allem aber antike Rohkupferplatten. Diese Platten,
auch als Ochsenhautbarren bekannt, erinnern in ihrer geschwungenen
Form an getrocknete Ochsenhäute. Insgesamt beförderte
das Schiff zehn Tonnen Kupfer. Das verdeutlicht, wie intensiv
der Handel im Mittelmeer schon damals war.
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Im Meer fanden die Archäologen
zahllose Amphoren
© Harald Kother
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Tauchgänge
über zehn Jahre
1982 entdeckte ein Schwammtaucher die Kupferplatten
am Meeresgrund. Zwei Jahre später begannen die
archäologischen Arbeiten. Doch erst 1994 war
die komplizierte Bergung nach zahllosen Tauchgängen
abgeschlossen. Das Wrack und die Fundstücke lagen
an einem Unterwasserhang und drifteten durch die Arbeiten
auf eine Tiefe von 61 Metern ab.
Neben diesem sensationellen Fund beherbergt das Museum
viele andere versunkene Schätze: über 3.000
Jahre alte Glaskugeln, griechische Amphoren, römische
Karaffen und Gläser aus frühislamischer
Produktion. Ein Rundgang durch die Burg mit all den
Ausstellungsräumen füllt problemlos drei
Stunden.
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Abriss des Mausoleums
So gewaltig das Johanniter-Kastell heute wirkt, so gewaltig
erscheint aus heutiger Sicht auch der Frevel, den die Kreuzritter
damals trieben. Denn als Baumaterial verwendeten sie die
Steine des Mausoleums, eines der sieben antiken Weltwunder.
So notierte der Baumeister des Kastells, Heinrich Schlegelholt:
"Wir rissen nieder, zertrümmerten und verbrannten."
Auf dem Rückzug und schwer bedrängt von den Truppen
Suleimans des Prächtigen missbrauchten die Johanniter
das bereits von einem Erdbeben beschädigten Weltwunder
als Steinbruch, um einen letzten christlichen Brückenkopf
zu schaffen.
Einige Schätze wie Skulpturen und Reliefs blieben
zwar erhalten und wurden bei einer englischen Expedition
im 19. Jahrhundert ausgegraben. Doch diese Fundstücke
verleibte sich die Kolonialmacht flugs ein. Sie sind heute
im Britischen Museum in London zu bewundern. Vom gewaltigen
Grabmal des persischen Herrschers Mausolos sind nur noch
die Fundamente der Grabkammer übrig geblieben.
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| Noch heute Aufführungen
im Amphitheater
Mehr zu sehen bietet da das Amphitheater, das vermutlich
- so wie das Mausoleum - bereits im 4. Jahrhundert vor Christus
errichtet wurde. Von den Funktionsräumen, also dem
Backstage-Bereich, sind zwar auch nur noch Ruinen geblieben.
Das eigentliche Theater mit seinen Sitzreihen ist aber zum
größten Teil erhalten geblieben. Von dem Halbrund,
das sich in den Hang hineinschmiegt, hat man einen hervorragenden
Blick auf die Stadt, den Hafen, das Kastell und das Meer.
Früher fanden hier bis zu 10.000 Menschen Platz. Seit
einigen Jahren, nach einer gründlichen Restaurierung,
wird dieser Ort wieder als Bühne genutzt.
Die moderne Welt lässt sich jedoch an dieser historischen
Stätte nur schwer ausblenden: Direkt vor dem Amphitheater
liegt eine vierspurige Hauptverkehrsstraße. Und auf
dem Berg, in den das antike Theater gehauen ist, thronen
Mobilfunkantennen. Das hat natürlich seine Richtigkeit:
Schließlich haben sich die Mobilfunkfirmen Turkcell
und Ericsson als Sponsor der Restaurierung hervorgetan.
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Das Amphitheater ist
sehr gut erhalten
© Harald Kother
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